Angefangen hat alles auf dem Rappenecker Hof, am Schauinsland. Dort hat Stefan Linder als Pächter begonnen. “Und zu einer guten Schwarzwaldhütte gehört eben Käsekuchen, hab ich mir damals gedacht.“ Wenn die Leute zu ihm auf den Berg kamen, hatten sie Hunger. Und solcher Wanderhunger kann eben nicht durch einen schnöden Apfelkuchen oder einen trockenen Streuselkuchen gestillt werden.

Also stellte sich der damals 24-Jährige in die Küche und buk zum ersten Mal in seinem Leben einen Käsekuchen. Das Ergebnis: „Ein Fiasko. Der Kuchen ist explodiert, weil er überbacken war.“ Aber der junge Gastronom ließ sich nicht entmutigen und probierte es weiter, veränderte das Rezept und siehe da: Die Kuchen wurden groß, goldgelb und hoch. Schnell bildete sich eine kleine Fangemeinde für Stefans Käsekuchen.

Und dann war da auf einmal der Bekannte, der sagte: „Damit hättest du einen Riesenerfolg auf dem Freiburger Münstermarkt, den würden sie dir nur so aus den Händen reißen.“ Zuerst lachte Stefan Linder darüber. Aber irgendwie ließ ihn die Idee nicht mehr los. „Ich hatte anderthalb Jahre die Nummer des Marktmeisters über dem Telefon hängen, bis ich mich getraut habe, anzurufen.“

Irgendwann wagte er das Experiment, stellte sich mit einem kleinen Stand auf den Markt und siehe da: Der Kuchen kam auch im Tal an. Am Anfang buk und verkaufte er den Kuchen noch selbst. Mittlerweile fehlt ihm die Zeit dazu, alles alleine zu machen. Aber das Herstellen der Kuchen lässt Stefan Linder sich nicht nehmen: „Die backe ich immer noch selbst, alle von Hand.“

„Meine Frau nennt mich ja auch einen Käsekuchen-Besessenen“, sagt er und lacht. Eine innige Beziehung zu diesem Backwerk ist nicht von der Hand zu weisen: Auch nach  Jahren Käsekuchen-Herstellung freue er sich immer noch wie ein Kind, wenn ein Kuchen gelinge; und er sei richtig traurig, wenn dies nicht der Fall sei.